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26.08.2016

Filmreihe „Starke Stücke. Berührt und diskutiert“ zu Gast in Klütz

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Kinoabend zum Thema Schuld und Vergebung in der Kirche

Klütz (cme) Zum 5. Mal bringt die Reihe STARKE STÜCKE Berührt und diskutiert emotional berührende und kontroverse Filme auf die Leinwand und ins offene Gespräch. In der Kirche Klütz läuft am Donnerstag, 1. September, der norwegische Film „Troubled Water“ von Erik Poppe. „Unsere Kirchengemeinde lädt alle Filminteressierte herzlich ein“, sagt Pastorin Pirina Kittel. „Beginn ist um 19.00 Uhr, anschließend findet ein Filmgespräch statt.“ Anstelle eines Eintrittsgeldes werde um eine Spende zur Deckung der Kosten gebeten.

Zum Inhalt: Als Teenager soll Thomas den Tod eines Kindes verschuldet haben. Nach acht Jahren wird er aus der Haft entlassen und nimmt unter neuem Namen in seiner Heimatstadt in der Kirche eine Stelle als Orgelspieler an. Doch noch immer plagen ihn Schuldgefühle. Nach einiger Zeit findet er aber bei der Pastorin Anna und ihrem kleinen Sohn Jens wieder neuen Lebensmut. Eines Tages erkennt ihn Agnes, die Mutter des toten Kindes, wieder. Diese wird, wie Thomas, seit damals von ihren Erinnerungen geplagt. Thematisiert werden im Film existentielle Fragen: Was ist Schuld? Hat jeder eine zweite Chance verdient? Wann findet Vergebung statt? Kann Gutes aus Bösem entstehen?

So wie in Klütz werden die Filme vor allem in kleineren Kirchen gezeigt - auch um das kulturelle Angebot im ländlichen Raum zu stärken. Veranstalter der Kino-Gesprächsreihe ist der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg, der dafür mit dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, dem Projekt „Kirche stärkt Demokratie“ und der Filmland Mecklenburg-Vorpommern gGmbH kooperiert. Unterstützt wird das Projekt von der Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung, dem Bundesministerium des Innern und dem Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“.

Mehr Infos und das Programmheft unter: www.kirche-mv.de/Filmreihe-Starke-Stuecke.html

26.08.2016

„Taxi Teheran“: eine preisgekrönte Komödie, die das Leben feiert am 2. september in Franzburg

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In der Kirche Franzburg (Landkreis Vorpommern-Rügen) läuft am Freitag, 2. September, der iranische Film „Taxi Teheran“. „Weil er keine Filme mehr drehen durfte, hat sich der iranische Regisseur Jafar Panahi in ein Taxi gesetzt, das mit Kameras gespickt ist: Die Straße ist sein Filmset, die Fahrgäste sind seine Helden. Unsere Kirchengemeinde lädt alle Filminteressierte herzlich zu diesem starken und preisgekrönten Film ein“, sagt Pfarrer Axel Prüfer. „Beginn ist um 19.00 Uhr, anschließend findet ein Filmgespräch statt.“ Anstelle eines Eintrittsgeldes werde um eine Spende zur Deckung der Kosten gebeten.
Zum Inhalt des Films, der bei der Berlinale 2015 den Goldenen Bären gewann: Durch die Straßen Teherans fährt ein Taxi und sammelt Passagiere auf: eine Lehrerin und einen Mann, die über die Todesstrafe streiten, einen Videohändler, der illegale Kopien von westlichen Filmen verkaufen will, zwei ältere Frauen, die voller Aberglaube zwei Goldfische zu einer Quelle bringen, um ihr Leben zu retten, einen Mann, der bei einem Unfall verletzt wurde und von seiner panischen Frau ins Krankenhaus gebracht wird. Taxifahrer ist der Regisseur Jafar Panahi selbst, der seinen Fahrgästen mit Humor und Verständnis begegnet. Erzählt wird von Armutskriminalität, Aberglaube, dem Filmemachen selbst und vom iranischen Regime, das Menschen wie Panahi inhaftieren lässt und mit Berufsverbot belegt.

So wie in Franzburg werden die Filme vor allem in kleineren Kirchen gezeigt - auch um das kulturelle Angebot im ländlichen Raum zu stärken. Veranstalter der Kino-Gesprächsreihe ist der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis Mecklenburg, der dafür mit dem Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, dem Projekt „Kirche stärkt Demokratie“ und der Filmland Mecklenburg-Vorpommern gGmbH kooperiert. Unterstützt wird das Projekt von der Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung, dem Bundesministerium des Innern und dem Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“.

Mehr Infos und das Programmheft unter: www.kirche-mv.de/Filmreihe-Starke-Stuecke.html

17.08.2016

Keine Beobachtung der „Identitären Bewegung“ durch den Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern

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Dienstag, 16. August 2016 von Marc Brandstetter


Am Rande der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für Mecklenburg-Vorpommern wurde heute in Schwerin bekannt, dass die „Identitäre Bewegung“ hierzulande nach wie vor nicht durch den Geheimdienst beobachtet wird. In anderen Bundesländern kamen die Verfassungsschützer zu einem anderen Bewertung. Sorgen bereitet den Behörden die hohe Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten.
Aktion der IB in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Es ist das gewohnte Ritual. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) führt im Rahmen der Landespressekonferenz in die Vorstellung des Jahresberichtes der ihm nachgeordneten Abteilung für Verfassungsschutz ein. Ihm zur Seite sitzt der Chef der Schlapphüte, Reinhard Müller, der später einige Fragen der anwesenden Landespresse beantworten wird. Caffier kämpft sich zuvor durch ein neunseitiges Manuskript, und sagt doch wenig Unbekanntes. Ein Schwerpunkt seines Vortrages liegt auf der Entwicklung der Straftaten mit extremistischem Bezug. Diese Zahlen wurden der Öffentlichkeit allerdings bereits im April dieses Jahres bekannt gemacht. Die Zahl der Gewalttaten mit einer rechtsextremistischen Motivation habe sich 2015 nahezu verdreifacht, nämlich von 35 auf 93 Taten, führt der CDU-Politiker aus. Die Höhe der Delikte nennt er „erschreckend“, sie seien Beleg für die Radikalisierung der Szene, die Beobachter bundesweit feststellen. Fast fünf Mal höher liegt sogar die Anzahl der Angriffe auf Unterkünfte für Asylbewerber. Zählten die Behörden 2104 zehn Attacken, waren es im Folgejahr 48.
Oberflächlicher Blick

Eine tiefergreifende Analyse der extremen Rechten bleibt der Landesverfassungsschutz auch 2016 schuldig – und reiht sich damit in die Reihe der anderen Landesbehörden und des Bundesamtes ein, die ebenfalls in ihren Jahresberichten deskriptiv die Geschehnisse der letzten Monate wiedergeben. Im Nachgang der Aufdeckung der rechtsterroristischen Morderserie des NSU hatten Kritiker immer wieder die fehlenden Analysefähigkeit der Ämter angemahnt. Offensichtlich besteht diesbezüglich nach wie vor Nachholbedarf.

An einer Stelle unterscheidet sich der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern von zehn Landesämtern und dem Bundesverfassungsschutz. Auf die „Identitäre Bewegung“ (IB), derzeit wohl der dynamischste Arm der extremen Rechten, hat der Geheimdienst offiziell kein Auge. Erst in der letzten Woche hatte Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamtes, die Beobachtung der Gruppierung bekannt gegeben. Daraufhin hatte die IB über den Kurznachrichtendienst Twitter von einer politischen Maßnahme gesprochen. Heute warnte der Hamburger Verfassungsschutz vor den Aktivitäten der „Bewegung“ und verkündete ebenfalls eine offizielle Beobachtung. Mecklenburg-Vorpommern habe hingegen keine Erkenntnisse über die rund zwei Dutzend Aktive umfassenden IB, die eine Beobachtung rechtfertigen müssten, sagte Müller auf Nachfrage eines Journalisten. Die „Indentitäre Bewegung“ führe „plakative Aktionen durch, die für sich genommen nicht extremistisch sind“, erklärte der Behördenchef zur Begründung. An der Beobachtung des Bundesamtes beteilige sich der Landesverfassungsschutz aber.


Gewaltbereite Szene findet kaum Anschluss

Dessen ungeachtet ordenten die Behörden im letzten Jahr 50 Personen mehr der rechtsextremistischen Szene zu. Gut die Hälfte der in verschiedenen Gruppierungen organisierten 1.450 Personen gilt als gewaltbereit (680 Personen). Die NPD, der von den Verfassungsschützern die politische Führungsrolle der hiesigen Szene zugesprochen wird, stagniert trotz der bevorstehenden Schicksalswahl bei 340 Parteibüchern.Obwohl sich die extreme Rechte breiter aufstellt und mit vielfältigen Aktionsformen in Erscheinung tritt, mobilisierten rechtsextremistische Parteien oder Organisationen wie die „MV Patrioten“, „Deutschland wehrt sich“ oder die von der NPD gesteuerten MVGIDA in Mecklenburg-Vorpommern kaum sogenannte Wutbürger – trotz entsprechender Einstellungen in der „Mitte der Gesellschaft“. Dort scheint vielmehr die Alternative für Deutschland angekommen, die ihrerseits nicht im Fkous der Verfassungsschutzbehörden steht.

Sieben Musikveranstaltungen zählten die Schlapphüte darüber hinaus, zwei weitere Konzert wurden im Vorfeld verhindert. Viele der zehn bekannten Neonazi-Bands, etwa „Thrima“, „Skalinger“ oder „Painful Awakening“, sind als Urgesteine fest etabliert und gehören seit vielen Jahren zur Rechtsrock-Bewegung.

Quelle: Endstation rechts