Hintergrund

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18.04.2016

"Das Ende der Gemütlichkeit!" 3. Forum "Kirche und Rechtsextremismus" findet vom 1.-2.7. 2016 in Plön statt

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Wir laden herzlich zum 3. Forum „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“ ein. Mit Vorträgen, Workshops bietet das Forum Raum für Austausch und Begegnung. Angesprochen sind Interessierte und Aktive aus kirchlichen wie nichtkirchlichen Initiativen, Institutionen, Gemeinden, lokalen Gruppen oder Bündnissen sowie Mitarbeiterinnen und MItarbeiter von Beratungsangeboten aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Die Stimmung in Deutschland verändert sich, die Lage ist scheinbar unsicher geworden. Gewohntes steht infrage. In der Debatte über gesellschaftliche Entwicklungen und politische Entscheidungen geht es um die Werte, die unser soziales und theologisches Fundament bilden. Welche Normen und Regeln sollen gelten? Welche sind „für uns“ unverzichtbar? Wo werden Grenzen überschritten?
Im Austausch, in Fachvorträgen und in Workshops werden Auswirkungen von rechtspopulistischen und fremdenfeindlichen Diskursen analysiert, theologisch betrachtet und konkrete und praktische Folgen für das Engagement vor Ort erörtert.


Das Forum ist Ort für:

• Vernetzung der Beratungsangebote in Norddeutschland.
• Erfahrungsaustausch von Akteur_innen inner- und außerhalb der Kirchen
• Theologische Vergewisserung
• Analyse und Reflektion im Themenfeld
• Sensibilisierung für die Themen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus
• die Etablierung einer demokratischen Kultur in den Kirchengemeinden und Leitungsgremien der Kirchen

Zeit

Freitag, 1. Juli 2016, 16.00 Uhr bis
Sonnabend, 2. Juli, 14.00 Uhr

Ort

Seehof Plön
Steinberg 3-4, 24306 Plön

Kosten

Die Kosten werden durch die Nordkirche und das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“
übernommen. Einzelzimmer stehen nur begrenzt zur Verfügung!
Einzelzimmerzuschlag: 10,00 €

Anmeldung bis zum 15. Juni 2016

www.teo-kist.de/termine_anmeldung/index.html
oder per Mail an: nicole.diehn@teo.nordkirche.de

04.04.2016

"Willkommen bei Freunden" Neues deutsch-arabisches Sach- und Bilderbuch für Flüchtlingskinder erschienen

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02.04.2016 ǀ Schwerin.  Ein neues deutsch-arabisches Bilderbuch für Kinder ab vier Jahren will Flüchtlingen Themen des Alltags in Deutschland näherbringen. Es geht um Kindergarten, Müllentsorgung, Kirche und mehr. In Schwerin wurde das Buch jetzt vorgestellt.

"Du kannst bei mir wohnen. Ich helfe dir gerne!" In einem neuen deutsch-arabischen Bilderbuch für Flüchtlingskinder hört eine weiße Taube aus "einem fernen Land" immer wieder diese freundlichen Worte von verschiedenen Vögeln, denen sie nach "einem heftigen Sturm" erschöpft in "einem anderen Land" begegnet. Schwalbe, Rabe, Elster und Co. helfen ihr, dieses Land besser kennenzulernen und sich einzugewöhnen.

Das 24-seitige Buch mit dem Titel "Willkommen bei Freunden" soll nach Angaben der Deutschen Kinderhilfe einen Beitrag zur Integration von arabischsprechenden Flüchtlingskindern in Deutschland leisten und ist für Kinder im Kita-, Vor- und Grundschulalter gedacht. Es sei auch ein Appell an Menschlichkeit sowie an eine gastfreundliche Aufnahme von Flüchtlingen, sagte Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, zur öffentlichen Präsentation des Buches am Freitag in Schwerin.

5.000 Exemplare für Flüchtlingskinder in MV

Die Publikation ist Ergebnis eines Bildungsprojekts der Deutschen Kinderhilfe mit dem Talisa-Kinderbuch-Verlag (Langenhagen/Niedersachsen) in Kooperation mit dem Deutschen Kinderschutzbund und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Kinderhilfe setze sich seit Jahren für die Förderung der Sprach- und Lesekompetenz ein, "denn diese sind der Schlüssel zur Welt", sagte Becker. Demnächst sollen 5.000 Exemplare kostenlos an Flüchtlingskinder im Nordosten verteilt werden. Kinderhilfe, Kinderschutzbund und DRK hofften, "dass ihre Idee auch in anderen Bundesländern aufgegriffen und weiter praktiziert wird".

Die wechselnden Schauplätze der Geschichte sollen dazu anregen, mit Kindern über das Alltagsleben, Freizeitmöglichkeiten und die deutsche Kultur zu sprechen, hieß es. Dabei geht es um Themen wie Kindergarten, Bauernhof, Bibliothek, Müllentsorgung, Kirche und Stadtverkehr. Nicht zuletzt werde gezeigt, "dass man überall auf der Welt Freunde finden kann". Außerdem sollen die Eltern animiert werden, ihren Kindern vorzulesen und selber erste deutsche Sätze zu lernen.

Taube hat besonderen Symbolwert

Dass die Taube als Hauptfigur in dem Buch nach einem neuen Zuhause sucht, ist kein Zufall. Die Taube habe im Islam einen besonderen Symbolwert, erklärte Becker. Zum einen stehe sie als Krafttier für Hoffnung, Schutz und Erlösung, zum anderen repräsentiere sie auch Frieden, Freiheit, Liebe und Sanftmut. Außerdem könnten die Fantasiefiguren des Buches gegebenenfalls auch traumatisierten Kindern helfen, "ihre Gefühle zuzulassen, da sie nicht auf direktem Weg mit ihrer realen Welt konfrontiert werden".

Zum Schluss des Buches trifft die Taube einen Adler, der im Berliner Reichstagsgebäude wohnt. Dieser Greifvogel erklärt ihr, dass dort Gesetze gemacht werden. Und dass "in diesem Land" alle Frauen und Männer gleiche Rechte und Pflichten haben, Kinder besonders geschützt werden und jeder sagen darf, was er denkt.


Quelle: epd

16.03.2016

Kirchen bestürzt über Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt

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Die Kirchen in Sachsen-Anhalt haben bestürzt auf den Wahlerfolg der AfD in dem Bundesland reagiert. Er sei erschrocken über die große Zahl von Menschen im Land, die offenbar den Eindruck haben, dass sie nicht gehört und verstanden werden, sagte der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig.

Dieses Problem werde Sachsen-Anhalt nachhaltig beschäftigen. Es seien negative Konsequenzen zu befürchten, "wie sie in Sachsen bereits jetzt spürbar sind". Es sollte jetzt eine stabile Regierungsbildung geben. Im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt sei vielfach das demokratische System diffamiert worden, sagte Liebig. Die rechtspopulistische AfD hatte aus dem Stand heraus 24,2 Prozent der Wählerstimmen erreicht. Sie wurde damit zweitstärkste Kraft hinter der CDU (29,8 Prozent).

Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann sagte, der hohe Zuspruch für die AfD signalisiere, dass viele Menschen  verunsichert seien. Auf komplexe Fragen gebe es keine einfachen Antworten. Die AfD werde deshalb ihre Politik- und Demokratiefähigkeit in der parlamentarischen Arbeit und nicht nur auf der Straße unter Beweis stellen müssen. "Sachlich und kompetent für realistische Lösungen einstehen anstatt mit einfachen Parolen zu polarisieren und Ängste zu verstärken - daran werden sich die Abgeordneten der AfD im Landtag messen lassen müssen", sagte Junkermann.

Heinrich Bedford-Strohm zu den Landtagswahlen

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, äußerte sich zu den Landtagswahlen: "Die überragende Mehrheit der Deutschen will Schutz suchenden Menschen auch weiterhin Hilfe zukommen lassen. Millionen Deutsche engagieren sich für Flüchtlinge in unserem Land. Darüber sollten die sich abzeichnenden Ergebnisse für eine rechtspopulistische Protestpartei nicht hinwegtäuschen", so Bedford-Strohm. Die demokratischen Parteien sollten jetzt gemeinsam den Blick nach vorne richten. Eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise, entschlossene Integrationspolitik in Deutschland sowie schnelle Asylverfahren seien das beste Mittel gegen rechtsextreme Stimmungsmache in Deutschland, so der Bischof weiter.  

Der Bischof des katholischen Bistums Magdeburg, Gerhard Feige, sagte, verantwortungsbewusst und konstruktiv Probleme lösen könne man nur mit Herz und Verstand, nicht aber mit Wut und Hass. In Sachsen-Anhalt sollten auch weiterhin Solidarität, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander selbstverständlich sein. Die AfD habe sich bislang als populistische Sammlungsbewegung Unzufriedener gezeigt. Sie habe vor allem im Osten Ängste und Vorurteile geschürt. Eine Frage sei, ob sich die Partei von rechtsradikalen Tendenzen genügend distanzieren und auch Empathie für Flüchtlinge und Asylsuchende zeigen werde.

Quelle: epd/EKD/Nordkirche